Malraum Mühlheim

Menschen und ihre Kreativität im Bild

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Der Malraum Mühlheim in der ehemaligen Lederfabrik ist ein besonderer Ort, an dem Kreativität, Begegnung und freies Malen zusammenkommen. Für mich als Fotografin war dieser Ort deshalb besonders spannend: Ich wollte nicht nur den Raum und die fertigen Bilder zeigen, sondern vor allem die Menschen, die ihn mit Leben füllen. Entstanden ist eine fotografische Reportage über das Malen, das Entstehen von Bildern und die Menschen dahinter – eine typische Arbeit aus dem Bereich Editorial Fotografie.

Der Malraum Mühlheim als Ort der freien Kreativität

Im Mittelpunkt des Malraums steht das freie Malen. Kinder und Erwachsene können sich mit Farben und Pinseln ausprobieren und ihren eigenen Ausdruck finden. Es geht nicht darum, ein bestimmtes Motiv möglichst perfekt umzusetzen. Vielmehr steht der Malprozess selbst im Vordergrund.

Dieses Konzept ist eng mit dem Malraum-Leiterin Birgit Gutmann verbunden, die nach dem Ansatz von Arno Stern ausgebildet wurde. Bereits 2015 berichtete die Stadt Mühlheim über einen Besuch von Mädchen im Malraum und nannte dabei ausdrücklich Birgit Gutmann. Auch heute ist der Malraum mit ihrem Namen und dem freien Malen nach diesem pädagogischen Ansatz verbunden.

Fotografische Reportage aus dem Malraum

Bei meiner fotografischen Arbeit habe ich mich bewusst zurückgenommen und beobachtet. Mich interessierte der Moment, in dem ein weißes Blatt langsam zu einem Bild wird, ebenso wie die Konzentration der Kinder und Erwachsenen beim Malen.

Ich fotografierte die Hände, die Pinsel, die leuchtenden Farben und die vielen kleinen Details, die diesen Raum so besonders machen. Bunte Pinsel liegen bereit, Farbe wird aufgenommen, erste Linien entstehen und aus einzelnen Pinselstrichen entwickelt sich nach und nach ein eigenes Bild.

Dabei ging es mir nicht darum, eine klassische Porträtserie zu fotografieren. Vielmehr wollte ich die Menschen in ihrer Tätigkeit zeigen. Gerade darin liegt für mich die besondere Stärke einer fotografischen Reportage: Ein Mensch wird nicht nur porträtiert, sondern in seinem Umfeld und bei dem gezeigt, was ihn beschäftigt und was er macht.

Menschen sichtbar machen

Die Betreuung und Begleitung im Malraum spielt dabei eine wichtige Rolle. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden aufmerksam begleitet, ohne dass der kreative Prozess im Vordergrund durch Vorgaben bestimmt wird. Genau diese ruhige und konzentrierte Atmosphäre wollte ich mit meinen Bildern einfangen.

So entstanden Fotografien, die nicht nur den Malraum dokumentieren, sondern eine kleine Geschichte erzählen: vom leeren Blatt über die ersten Pinselstriche bis zum immer farbenreicher werdenden Bild. Die Fotos zeigen dabei sowohl Kinder als auch Erwachsene und machen sichtbar, wie unterschiedlich Menschen mit Farben und ihrem eigenen Ausdruck umgehen.

Editorial Fotografie für ein Stadtmagazin

Die fotografische Serie entstand ursprünglich für das Stadtwerke-Magazin und wurde im Jahr 2019 als redaktioneller Beitrag über den Malraum in Mühlheim eingesetzt. Das frühere M-Magazin war ein Kundenmagazin der Stadtwerke Mühlheim und erschien über viele Jahre. Heute stellt die Stadt Mühlheim die früheren Magazine in einem digitalen Archiv zur Verfügung.

Für mich ist diese Arbeit ein schönes Beispiel dafür, wie Editorial Fotografie funktionieren kann: Ein Ort oder eine Person wird nicht einfach abgebildet, sondern durch eine Bildserie in ihrem Umfeld vorgestellt. Die Fotografien vermitteln Atmosphäre, zeigen Arbeitsabläufe und geben den Betrachterinnen und Betrachtern einen Einblick in eine Welt, die sie vielleicht sonst nicht kennenlernen würden.

Fotografieren, was Menschen bewegt

Solche Reportagen gehören für mich zu den schönsten fotografischen Aufgaben. Ich möchte Menschen so zeigen, wie sie in ihrem Alltag, bei ihrer Arbeit oder bei ihrer kreativen Tätigkeit tatsächlich sind. Dabei entstehen Porträts, die mehr erzählen als ein einzelnes gestelltes Foto.

Die Bilder aus dem Malraum in der Lederfabrik in Mühlheim zeigen deshalb nicht nur einen kreativen Ort. Sie erzählen von Menschen, von Farben, Konzentration, Neugier und dem Prozess des Entstehens. Genau diese Verbindung aus Porträt, Atmosphäre und Beobachtung ist es, die meine Editorial Fotografie auszeichnet.

Der Beitrag passt damit auch besonders gut in den Bereich „Ohne Drehbuch“ meiner fotografischen Arbeiten: Ich beobachte, was passiert, lasse Situationen entstehen und halte die Menschen und ihre Tätigkeit so fest, wie ich sie vorfinde – ohne ihnen eine Geschichte vorzugeben.